Beichte ein vergessenes Sakrament?
Viele Menschen denken, das brauch ich nicht, warum auch.
Warum soll ich meine Schwächen und dunkle Seiten einem Priester mitteilen?
Hier einige Zeilen warum man es auch anders sehen kann.
Der 1. Johannesbrief lehrt: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns“ (1,8). Daher zielt die Beichte darauf, dem Menschen den Weg der Lebensfülle zu eröffnen. Hinter dem Versöhnungsdienst der Kirche steht Jesu Sendung: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Johannesevangelium 10,10).
Was sagt den die Bibel zum beichten?
Jesus selbst hat uns das Bussakrament geschenkt. Nach seiner Auferstehung trat er zu den Jüngern und sagte:„Empfanget den heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20, 22-23).
Gemäß dem Katechismus lehrt uns die katholische Kirche mindestens einmal im Jahr zur Beichte zu gehen. Aber um mit schwierigen und belastendenden Situationen oder um das das Gewissen und die Urteilsfähigkeit zu sensibilisieren, die Fähigkeit zur Selbstkritik, zu Trauer und Reue nicht zu verlieren, tut es gut die Worte der Lossprechung, der Verzeihung und der Versöhnung auch öfter im Jahr zu hören und so kleine Schritte der Veränderung zu versuchen.
Bei der Beichte hält der Priester die Hand über dem Beichtenden und spricht die Worte der Lossprechung:
„Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Wer den Beichtstuhl nicht mag, kann gerne in das Beichtzimmer kommen oder auch ein Termin für ein Beichtgespräch ausmachen.
Die Beichtgelegenheiten in unserer Pfarrgemeinde sind Samstag's von 17.15 Uhr – 17.45 Uhr oder wenden Sie sich an einen der Seelsorger.
Hier einige Buchtipps:
Für Jugendliche, aber auch Erwachsene:
- Weg der Liebe Das Beichtbuch von Peter van Briel Sankt Ulrich Verlag
- Grundkurs Beichte – Zehn Schritte zur Versöhnung Benno Verlag
Für alle:
- Das Geheimnis der Beichte, von Paul O´Sullivan nach der englischen Ausgabe „The secret of confession“ by Bernardus Verlag
Wer mal was anderes zum Thema lesen möchte:
- Die Beichte im Zeichen des Fisches - ein geistliches Tagebuch von Silja Walter, Topos Verlagsgemeinschaft
Ausserdem für die Menschen, die Sorge haben wegen dem Beichtgeheimnis oder kein Vertrauen haben hier noch ein Filmtipp:
„Ich beichte“ von Alfred Hitchcock, 1953

